Was wir unter Integration verstehen

Wer als Schutzsuchender nach Deutschland kommt, begegnet einer fremden Kultur und einer fremden Sprache. Umgekehrt sieht sich auch die Aufnahmegesellschaft zum Teil fremden Sicht- und Verhaltensweisen der neu Angekommenen gegenüber. Hinzu kommen Verständigungsschwierigkeiten auf Grund unterschiedlicher Sprachen.

Mit unserem Engagement wollen wir dazu beitragen, dass das Ankommen leichter wird. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die persönliche Begegnung und Begleitung wichtiger Integrationsschritte (Aspekte nach Hartmut Esser):

  • die kulturelle Integration im Sinne des Erwerbs von kulturspezifischem Wissen und Fähigkeiten einschließlich der Sprache, ohne dabei die eigene Identität aufgeben zu müssen
  • die strukturelle Integration, insbesondere im Sinne von Bildungsbeteiligung und Arbeitsmarktbeteiligung
  • die soziale Integration im Sinne der sozialen Beziehungen im Alltag mit Bonner Bürger/innen
  • die emotionale Integration im Sinne eines persönlichen Zugehörigkeitsgefühls zur deutschen Gesellschaft
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Integration als Prozess gegenseitiger Annäherung

Die Bonner save me – Kampagne ist sich bewusst, dass eine erfolgreiche Integration ein langfristiger Prozess ist, der Anforderungen an beide Seiten stellt: Für die Migrant*innen bedeutet dies, sich in vielen Bereichen ihres Alltags umzuorientieren, sich an unsere Regeln und Erfordernisse anzupassen, Deutsch zu lernen etc. Der Beitrag der Einheimischen besteht darin, offen für andere kulturelle Verhaltensweisen zu sein, respektvoll, tolerant und geduldig. Dieser Prozess kann sich nur auf Basis des Grundgesetzes und seiner rechtsstaatlichen und demokratischen Ordnung vollziehen.

Der Prozess gelingt umso besser, wenn

  • die Migrant*innen gesetzesfeste Rechte erhalten, die sie vom Wohlwollen der Einheimischen und der Aufnahmegesellschaft unabhängiger machen. Denn nur auf der Basis eines hieraus erwachsenen Selbstbewusstseins kann sich das entwickeln, was für eine erfolgreiche Integration zentral ist: der mündige Bürger;
  • über auftretende unvermeidliche Konflikte oder kulturelle Differenzen, etwa patriarchale Traditionen, offen gesprochen wird und diese mit den Migrant*innen und in unserer Gesellschaft ausgetragen werden.
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Integration durch Interaktion

Zur Unterstützung dieses Prozesses fördern wir insbesondere den interkulturellen Austausch zwischen Flüchtlingen und Bonner Bürger*innen, um

  • über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu informieren
  • für kulturelle Unterschiede und mögliche Missverständnisse zu sensibilisieren
  • die Entwicklung interkultureller Kompetenz zu fördern

Bonner sagen „ja“

In Bonn ist die Haltung gegenüber den Flüchtlingen weiter positiv. Das gilt für die Bevölkerung, die Presse, die Kommunalpolitik und die Verwaltung.

Wir setzen uns dafür ein, dass das so bleibt.

Für uns ist die Stadt Bonn ein Kooperationspartner, mit dem wir vertrauensvoll zusammenarbeiten. Auch mit vielen anderen Institutionen und Unternehmen gibt es in dieser Hinsicht erfolgreiche Kooperationen.